Schwedisches Sprichwort: In der Ferne ist es gut, zu Hause ist es am besten.
Vor gut zwei Wochen bin ich vom kleinen Älvsbyn in Nordschweden zurück in die Schweiz gezogen. Ich transportierte einen grossen, schweren Koffer und eine grosse, noch schwerer wirkende Tasche voll mit Kleider, Schneesachen, Bücher, Bilder und vielen Erinnerungen. Das Einräumen meines Zimmers hat Zeit gebraucht, doch langsam haben auch die neuen Sachen aus Schweden einen eigenen Platz gefunden, wie zum Beispiel das schöne Holz-Buttermesser aus Jokkmokk.
Meine letzten Tage in Schweden waren der Krankheit wegen sehr anstrengend. Am Montagabend wurde ich krank, am Dienstag reiste ich von Kiruna nach Älvsbyn, am Mittwoch packte ich alle meine sieben Sachen und putzte mein Zimmer und reiste am Abend mit dem Nachtzug ab Richtung Stockholm. Am Donnerstag hatte ich ein abschliessendes Gespräch mit der Organisation und flog am Nachmittag nach Zürich. Zu Hause angekommen blieb ich gut zwei Tage in meinem lang ersehnten Bett liegen, bis ich wieder fit war.
Der Abschied war wirklich nicht einfach. Von Medikamenten auf die Beine gestellt und trotzdem müde musste ich allen meinen Freunden adieu sagen. Ich bekam mehrere Geschenke und Kärtchen, was mich sehr freute. Die Schule schenkte mir ein Ring, der traditionell in Jokkmokk hergestellt wurde und 'wenn Samen auf Schweden treffen' bedeutet. Der schwierigste Abschied war derjenige von meinen Mitbewohnerinnen. Wir weinten alle vier, als ich in den Zug einstieg.
Ich geniesse es, wieder in der Schweiz zu sein. Das schöne Wetter und vor allem richtiger Sonnenschein lassen mein Herz höher schlagen. Die Nähe meiner Freunde und Familie ist super und ich nutze es auch aus, dass meine Kolleginnen 'so nahe' sind und treffe sie gerne. Alle meine Sachen wieder zur Verfügung zu haben, alles griffbereit, ist super. Auch ständig meine Muttersprache sprechen zu können geniesse ich. Einfach so fliessend reden zu können... Genial! Doch wie meine Freunde in Schweden so vermisse ich auch die Sprache. Ich lechze nach allem, was Schwedisch ist. Musik, Filme, Berichte über Schweden (optimalerweise in Schwedisch) und was ich mir sehr wünschen würde, Gespräche auf Schwedisch. Ich mag die Sprache sehr.
Für diejenigen, die sich über meine weitere Zukunft wundern: Nach der Absage für ein Praktikum auf dem Sekretariat der Grünen Schweiz und einer intensiven Jobsuche habe ich eine Stelle bekommen als Rezeptions- und Servicepraktikantin im Hotel Rotschuo in Gersau. Ich darf bereits nächste Woche beginnen und werde bis Ende August dort arbeiten, da ich im September das Studium der Sozialwissenschaften beginnen werde.
Ich bin nun am Ende meiner Reise nach und in Schweden angekommen. Ob ich es wieder tun würde? Ob ich wieder diesen Ort wählen wurde? Ganz sicher möchte ich dieses halbe Jahr nicht missen. Ob ich wirklich nach Älvsbyn gegangen wäre, wenn ich hätte wählen können... Ich weiss es nicht. Trotz allem habe ich sehr viel gelernt dort und es hat mir ja doch gefallen. Euch allen danke ich für euer Interesse und das Teilen meiner Erfahrungen, ob nur durch Lesen oder durch eure Begleitung - tack! Es gäbe noch so viel mehr, zu berichten, das vielleicht irgendwann mal in einem Gespräch mit euch gesagt wird. Lassen wir die Geschichten ruhen.
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