Dienstag, 28. Februar 2012

Kiruna

Meine letzte Reise in Schweden führte mich noch ganz in den Norden. Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens und liegt weit über dem Polarkreis. Einwohnermässig ist sie sicher nicht gross, jedoch flächenmässig. Bei ihrer Gründung 1947 war sie - was die Quadratkilometer betrifft - die grösste Stadt der Welt, mittlerweile liegt sie auf Platz zwei. Kiruna ist bekannt für den Eisenerzabbau. Neben der Stadt gibt es grosse Mienen, die man schon von weitem sieht. Da die Eisenreserven immer mehr unter dem Stadtkern liegen, hat sich Kiruna an ein riesiges Projekt gewagt: die gesamte Stadt soll gezügelt werden. Damit können tiefere Bohrungen gemacht werden, ohne durch Erschütterung der Erde die Gebäude zu gefährden. Der Name Kiruna ist übrigens samisch. Auf korrekt schwedisch würde man es "Schiiruna" aussprechen.

Von Älvsbyn nach Kiruna dauert eine Zugreise vier Stunden. Dort angekommen sicherten wir uns ein Jugendherberge-Zimmer und machten uns auf den Weg nach Jukkasjärvi. Dieses kleine Dorf liegt ein paar Kilometer ausserhalb Kirunas und das einzige, was einem dahin verschlagen könnte, ist das weltbekannte Eishotel. Dieses ist vollständig aus Eis und Schnee gebaut und wird jedes Jahr wieder neu errichtet. Einige der eisigen Hotelzimmer sind von Künstlern gestaltet worden. Die Besichtigung würde eigentlich kosten, aber ein Mitarbeiter von ICYE Schweden kannte jemanden, der uns Gratis-Eintritte besorgen konnte. Das Schnee-Gebäude ist faszinierend, erst recht sind es die gestylten Zimmer. Aber eine Nacht dort zu verbringen wäre für mich ein Gräuel. Die Betten sind zwar mit Rentierfell überzogen (was seinen Geruch hinterlässt) und man kriegt Schneeanzug und Schlafsack, aber trotzdem konnte ich es mir nicht wirklich gemütlich vorstellen.

In Kiruna findet man auch eine ganz besondere Kirche, die zu den "bemerkenswertesten Gebäudes Schwedens" gehört. Sie wurde nach dem Vorbild eines samischen Zelts gebaut. Das Altarbild wurde von einem angeblich bekannten Prinzen gemalt. Mir gefiel die rote Farbe aussen und das viele Holz im Inneren der Kirche. Durch grosse Fenster im oberen Teil war sie sehr hell.

Das Reischen machte ich mit den anderen Volontären, die uns in Älvsbyn besuchen kamen. Weil ich noch packen musste und blöderweise krank geworden war, reiste ich am zweiten Tag wieder zurück in die Schule, während sie noch ein Stück weiter nördlich fuhren, um die Polarlichter zu sehen. Ich habe es genossen, nochmals ein Stückchen mehr Schweden zu sehen.

 Die Kirche von Kiruna - aussen
 Die Kirche von Kiruna - innen
 Icehotel Jukkasjärvi - aussen
Das Eishotel innen, ein Design-Zimmer 
Meiner Meinung nach das schönste Design-Zimmer 
Die Mienen von Kiruna

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