Sonntag, 5. Februar 2012

Jokkmokks Marknad

Seit 1605 findet in Jokkmokk, ein Städtchen auf dem Polarkreis im Landesinneren von Schweden, ein Wintermarkt statt. Im Vordergrund steht dabei die Kultur der Samen, dem Urvolk aus dem Lappland. Der Jokkmokks Marknad dauert drei Tage und ist mittlerweile weltweit bekannt.

Im Voraus habe ich immer und immer wieder gehört, dass es sehr kalt sein wird am Markt. Es war jeweils die erste Reaktion, als ich erzählte, dass ich nach Jokkmokk fahren werde. Der Hauswart gab mir sogar Einweg-Wärmekissen für Füsse und Hände mit (über die ich später sehr froh war). Und tatsächlich: am Freitagmorgen zeigte der Thermometer plötzlich -32°C, es war also genau auf das Wochenende hin eisig kalt geworden.

Am Samstagmorgen war es dann tatsächlich -38°C, als ich aufstand. Dazu muss ich sagen, dass ich keinen Unterschied mehr merke zwischen -25° und -35°. Es ist eifach nur noch eiskalt, die Kälte befällt einem sobald man aus der Türe tretet, atmen ist schmerzhaft und man hustet erstmals und Backen, Nase und Stirn schmerzen. Ich habe soviel Kleider wie möglich angezogen (ich nehme schwerst an, dass es der bisherige Rekord an Kleider war), was zur Folge hatte, dass ich die Handschuhe fast nicht über die Ärmel ziehen konnte. Wir reisten mit einer Busgesellschaft. Auf dem Weg fuhren wir durch endlose Weiten, über und über mit Schnee bedeckt. Manchmal waren die Bäume bis auf das kleinste Ästchen mit Eis überzogen und glitzerten weiss. Auch die Sonne hat sich gestern durchgekämpft und beschien horizontal die Baumspitzen. Es war ein wunderschönes Spektakel. Zu meiner Freude sahen wir sogar zwei Elche am Strassenrand im Schnee sitzen (bei gemütlichen -38°C) und erspähten einige Rentiere.

Bei so eiskalten Temperaturen hat man nicht wirklich die Geduld, durch die Marktstände zu schlendern und alles anzuschauen. Man kann auch gar nichts wirklich anfassen, man friert ja sofort an die Finger. So habe ich am Markt selber auch nicht viel gefunden. Aber was mir wirklich gefallen hat sind die Trachten der Samen. Die haben wunderschöne bunte, starke Farben. Die Pelzschuhe finde ich sehr schön mit den kleinen Spitzen, die sie haben. Mich fasziniert die Tradition der Samen und wie die Kultur aufrecht erhalten wird. In Jokkmokk gibt es eine Samen-Schule, wo auch ausgestellt wurde. Die Samen haben auch eine eigene Sprache, die dem Finnischen ähnelt. Der Name der Stadt selbst ist auf Samisch.

Im kurzen Film sieht man eine samische Sängerin. Zum Teil sieht man die samische Tracht, sicherlich ihre Mütze ist Teil davon. Die Aufnahmen der Waldes kommen meiner gestrigen Reise sehr nahe. Nur die Berge muss man wegdenken, die kommen mir wirklich sehr fremd vor hier oben. Sofia Jannok singt auf Samisch.



 Die Reise kann losgehen!
 Von Älvsbyn nach Jokkmokk
 Rentierhaltung ist ein wichtiger Teil der samischen Kultur.
 Die schönen samischen Schuhe
 Zwei junge Saminnen in Trachten in der Samen-Schule
Weisse Wimpern und graue Haare bei -35°C

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