Gestern Nachmittag, Samstag, gingen wir ganz spontan auf einen Ausflug. Ein Junge aus Älvsbyn hat uns eingeladen auf eine 'Spritztour', um uns das Dorf zu zeigen. Ohne jegliche Vorahnung, wohin er uns bringen würde, stiegen wir zu dritt in sein Auto. Nach etwa zwei Minuten übersetzte Pernilla, die mit uns im Internat wohnt und Schwedin ist, wir würden zu Storforsen fahren, dem grössten Wasserfall in Europa. Ich habe mich verflucht, dass ich die Kamera zu Hause gelassen habe, aber ich war sehr gespannt! Ich habe schon ein paar Mal gehört, den müsse ich mir ansehen.
Storforsen ist zwar 40 Kilometer von Älvsbyn entfernt, aber offenbar zählen das alle noch zum Dorf. Obwohl es eine Attraktion ist, ist der Zugang zum Wasserfall ganz gewöhnlich schwedisch; ohne wirkliche Wegweiser, ohne wirkliche Wege. Das tobende Wasser ist laut und imposant! Und das schönste war, als die Sonne unterging und sich die Wälder rot verfärbten.
Wir fuhren weiter zu einem kleineren Wasserfall, der gegen Storforsen wirklich nichts ist. Wir liessen uns die Fisch-Treppe erklären, als hätten wir keine Fische in der Schweiz. Übrigens ist der Wasserstand im Moment problematisch hoch vom vielen Regen, was ein immer grösseres Problem darstellt für die Bauern. Ich habe nun einige Wiesen und Bäume und sogar Strassenabschnitte gesehen, die unter Wasser standen.
Als wir wieder durch die Wälder kurvten, sah Pernilla plötzlich einen Elch und als wir langsamer fuhren, erspähte auch ich die davon rennende Elch-Kuh. Nun fühle ich mich wirklich schwedisch!
Auf der ganzen Fahrt, die immerhin 2.5 Stunden dauerte, genoss ich die bunten Wälder, an denen wir vorbei fuhren. Das ist der Norden. Hügel bedeckt mit Wäldern, soweit das Auge reicht, zwischendurch einzelne rote Häuser und zwei davon rennende Rehe. Das ist Skandinavien, dachte ich und fühlte mich gut.
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