Da ist Magie in der Luft, nach diesem Film. ‚Jägarne 2’ wurde hier in der Nähe gedreht, ein Krimi voller Wälder. Ich verstand so gut wie nichts, aber wohl genau deswegen konzentrierte ich mich sehr auf Mimik, Körpersprache und Symbolik. Ich sah schon im Voraus, dass der Lastwagen nicht einfach so vorbeifahren wird und dass der Mann die Waffe schlussendlich auf sich richten wird.
Der Film zeigt eine gewisse Tristesse des Nordens, die auch ich wahrgenommen habe. Die Menschen hier sind nicht reich, das Leben ist einfacher und hat andere Schwerpunkte als im hippen Süden. Gewiss gibt es Unterschiede im Lebensstandard, in Älvsbyn hat es grosse Häuser mit vielen kleinen Wohnungen, man sieht oft Dunkelhäutige, offensichtlich Immigrantinnen und Immigranten, ein und ausgehen. Aber ich habe hier noch keine schöne, grösszügige Villa entdeckt. Man sieht selten Leute herzlich lachen, ein gesellschaftliches Leben findet sicher nicht auf der Strasse statt. Vielleicht woanders, aber ich habe es noch nicht entdeckt.
Ja, Älvsbyn hat ein Kino. Ich verstehe das Prinzip noch nicht ganz, aber ich glaube, dass hier an (vor-)bestimmten Tagen Filme abgespielt werden. Der Kinosaal ist für Schweizer Verhältnisse etwas alt, aber durchaus einwandfrei. Die Zeichnungen an der Wand schätze ich auf 80er-Jahre, den roten Vorhang mit schwarzer Herz-Linien-Malerei ist wohl auch älter als ich. Obwohl der Film um 19:00 begann, waren wir über eine halbe Stunde früher da, die Plätze waren nicht numeriert. Ich stellte fest, dass der grösste Teil der Besucherinnen und Besucher wirklich schon um 18:30 parat waren. Der Eintritt war 80 Kronen, das sind läppische 9 Franken. Und die grösste Überraschung für mich: Keine Werbung! Verdutzt merkte ich, dass ich mich auf den Film konzentrieren muss und mich nicht durch Trailer und Werbung hindurchträumen kann.
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