Wir waren meiner Meinung nach etwas spät dran, erst mittags sassen wir im Zug. Schon im Bahnhof erkannte ich die Sachen wieder, ich war total aufgeregt! Wir wechselten schnell Geld und nachdem alle durch wahren, bemerkten wir, dass wir übel viel Spesen bezahlt hatten. Danach kam der obligatorische Aufenthalt im (riesigen) Touristenbüro, den ich aber für unnötig erklärt habe, da ich eh wusste, was wo war, jawoll. Wir liefen also durch Strøget, die Haupt-Schlender-Einkaufsgasse. Voll mit Menschen aber wunderschön. Wir kauften bei einer Chinesin Kartonboxen-Essen während Rebekah übersetzte. Ich fotografierte wieder der genau gleichen Kiosk, wo vor zwei Jahren dieser Cowboy mit seinem Hund Gitarre gespielt hat. Zielsicher führte ich unser Grüppchen zu Nyhavn, dem schönsten Platz in Skandinavien, könnte man fast sagen. Die alten bunten Häuser und die Schiffe dazwischen sind ein super Fotomotiv. Die Kopenhager Oper, nach dem schönen Hafen, sieht mit dem grossen, flachen Dach aus wie unser KKL.
'Vamos a el castillo', lernte ich, als wir uns auf den Weg zum Schloss machten. Dort kicherten wir über die Wachen. Mafe wollte ein Foto machen neben dem Soldat und als sie ein paar Meter neben ihm stehen blieb, schlug dieser mit seiner Waffe auf den Boden. Total erschreckt rannte Mafe schreiend weg und wir alle amüsierten uns köstlich.
Danach machten wir uns auf den Weg nach Christiania, dem Freistaat in Mitten der dänischen Hauptstadt. Wir liefen durch herbstliche Pärke (sagten hallo zur H. C. Anderson-Statue) und skandinavisch bunte Strassen, so schön! Leider war es schon dunkel, als wir in Christiania ankamen, aber man darf ja eh keine Photos machen. Edgar wurde beim Eingang gleich mal angeschnauzt, als er ein buntes Haus fotografierte. "Delete this picture! Delete it! No pictures here!", lösche das Photo! Lösche es! Keine Photos hier! Christiania hat drei Regeln: 1. geniesse das Leben, 2. nicht rennen, das erzeugt Panik, 3. keine Photos. Mich faszinierte der Platz sehr. Zwar roch man an jeder zweiten Ecke Marihuana, aber die Atmosphäre war entspannt und friedlich. Die Gebäude waren alt, nicht im perfekten Zustand, aber sie waren bemalt, dekoriert, bunt und anders. Christiania hat sogar eine Schule und Daniel erklärte uns bei einem 'Unterstand', dass man dort Kleider hinbringen kann und jene nehmen, die man möchte. Alles gratis.
In Kopenhagen, wie auch in Malmö, war die Temperatur zwar nicht tief, aber der Wind vom Meer konnte einen bis auf die Knochen frieren lassen. So machten wir uns also wieder auf den Weg in unser Schweden, in unser enges aber warmes Bett bei Daniel.
Kopenhagen kann ich wirklich empfehlen, mir hat die Stadt bis jetzt - neben Stockholm - am besten gefallen. Einfach nur schon einen Spaziergang durch die Stadt ist wunderschön, von Strøget bis zu Nyhavn! Die kleine Meerjungfrau ist abgelegen und unspektakulär, also nur was für zu viel Zeit. Ansonsten muss man Christiania wirklich mal erlebt haben - man kann ja danach entscheiden, ob es einem gefällt oder nicht.
Dänisch ist übrigens eine sehr lustige Sprache. Sie ist wirklich viel anders als Schwedisch, es klingt wie ein komisches Mischmasch, die Laute ausgesprochen tief im Hals. Jedes Mal, wenn ich die Werbung für einen dänischen Film sehe, muss ich kichern, weil es so seltsam klingt. Und nein, ich verstehe so gut wie nichts. Höchstens geschrieben.
Die Cityhall, wo vor zwei Jahren das Children's Climate Forum stattfand.
Besagter Kiosk, Foto zum zweiten
Museum für Weltrekorde (nur von aussen, Eintritt war zu teuer), Mafe, grösster Mann, Irina.
Nyhavn und Irina
Kopenhager Oper und Irina
Wachenhäuschen, Rebekah, Mafe und Irina
Durchs Laub trotten im Park, Karen, Gustavo und Mafe
Das erste und letzte Foto von Christiania





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen